
Richtiger Sonnenschutz
So sehr wir die Sonne für
unseren Körper und unser Wohlbefinden brauchen, umso wichtig ist auch der richtige
Schutz vor übermäßiger UV-Strahlung. Bei Sonnenschutz-Produkten unterscheidet
man zwischen mineralischen und chemischen Lichtschutzfaktoren. Letztere müssen
mindestens eine halbe Stunde vor dem Sonnen baden oder der Sonnenlicht-Exposition
angewendet werden, da sie sich in die Haut einlagern müssen, um ihren Schutz entfalten
zu können. Sie enthalten Stoffe, die die Strahlen absorbieren und ihre Energie
in anderer Form wieder abgeben. Problematisch ist allerdings, dass sich diese
Stoffe zersetzen und mit den Hautzellen reagieren. Das kann zu allergischen Reaktionen
führen. Einige der chemischen Filter, besonders 4-Methylbenzylidencampher, kurz
4-MBC, sind umstritten, weil sie im Verdacht stehen, wie Hormone zu wirken. Bei
Tierversuchen provozierten sie biochemische Veränderungen im Gehirn und in den
Fortpflanzungsorganen. Besonders für Allergiker und Kleinkinder sind auf jeden
Fall Sonnencremes mit physikalischen Filtern vorzuziehen. Physikalische Filter,
auch Pigmentfilter genannt, enthalten mineralische Pigmente wie Titandioxid, Zinkoxid,
Magnesiumoxid. Diese bilden eine dünne Schutzschicht, die sozusagen 'mechanisch'
wirkt, indem sie auftreffende UV-Strahlen reflektiert und streut. Bei Cremes mit
höherem Lichtschutzfaktor wird sie als weißlicher Schimmer sichtbar. Die Wirkung
setzt ohne Zeitverzögerung sofort nach dem Auftragen ein, allerdings muss öfter
nachgecremt werden. Physikalische Filter sind besser hautverträglich als chemische
Filter.
Die EU hat einen neuen Standard für Sonnenschutzprodukte definiert, den alle Produkte
ab diesem Sommer erfüllen müssen. Der bisherige "Australische Standard" reicht
mit einer UVA-Strahlen-Absorption von mindestens 90% nun nicht mehr aus. Dem neuen
Standard zufolge muss die Angabe des Lichtschutzfaktors, also die Angabe zum Schutz
vor der UV-B-Strahlung, einer von vier Kategorien zugeordnet sein: basis, mittel,
hoch und sehr hoch. Außerdem müssen der UV-A- und UV-B-Schutz in einem Verhältnis
von mindestens eins zu drei stehen. Die Absorptionsfähigkeit eines Sonnenschutzes
in Bezug auf die UV-A-Strahlung muss also immer mindestens ein Drittel des Lichtschutzfaktors
(UV-B-Absorption) betragen. Bisher war der UVA-Schutz vom Lichtschutzfaktor unabhängig.
Durch diesen neu definierten Standard verschwinden gute Sonnenschutz-Produkte
der Naturkosmetik zum Beispiel der Firma Dr. Hauschka und Weleda vom Markt. Durch
den Zusatz eines weiteren Pigments dem Zinkoxid konnten wenige Naturkosmetik-Firmen
die neuen Richtlinie erfüllen, jedoch gibt es nur noch Produkte bis zum einem
Lichtschutzfaktor von 20. Gleichzeitig wurden bei herkömmlichen mineralischen
Lichtschutzfaktor - Produkten chemische Filter hinzu gemischt. Da dies für den
Verbraucher nicht unbedingt ersichtlich ist, gibt es nun auch Sonnencremes für
Kinder, die physikalische und chemische Lichtschutzfaktoren enthalten. Sicher
ist es wichtig, einen einheitlichen Standard zur Qualitätssicherung von Sonnenschutz-Produkten
festzulegen, dennoch entsteht der Eindruck, dass man die Risiken der chemischen
Filter verdrängt und die physikalischen Filter als unzureichend bezeichnet.
Inh. Heinrich BuddeWestenfelder Straße 16 44866 Bochum-Wattenscheid Tel.: (02327) 87756 Fax: (02327) 84305 info@loewenonline.de |
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