Gefahr durch Sonnencremes mit Nanopartikeln?

Nanoteilchen sind winzig klein und definitionsgemäß nicht größer als 100 Nanometer. Zum Vergleich: der Durchmesser eines Haares beträgt etwa 50.000 Nanometer. Ob in Sonnencremes, Zahnpasta, Lebensmitteln oder Kleidung, bereits jetzt sind Nanopartikel weit verbreitet, ohne dass Hersteller ihre Verwendung angeben müssen. Sonnencremes mit den mineralischen Lichtschutzfaktoren wie Titan- und Zinkdioxid erfreuen sich vor allem im Biobereich größter Beliebtheit. Sie sind besser für Allergiker geeignet und schützen durch Reflektion vor gefährlichen UVA und UVB Strahlen. Sie wirken sofort nach Auftragen auf die Haut und verbleiben an Ort und Stelle, wohingegen organische Lichtschutzfaktoren nach dem Auftragen in Hautfalten "schimmen" und eine weniger zuverlässige Verteilung gewähren.. Doch die verwendeten Oxidpartikel waren zu Anfang als weißlicher Film auf der Haut sichtbar und wurden aus diesem Grund kosmetisch nicht von allen Verbrauchern akzeptiert.

Erst durch die Nanopartikel-Herstellung werden die Teilchen für das sichtbare Licht durchlässig und somit unsichtbar auf der Haut. Mögliche Risiken von Nanopartikeln stecken genau in ihrem alles durchdringenden Vermögen, das sie für Forschung und Industrie so interessant macht. So könnten Nanopartikel in Nahrung und Kosmetik möglicherweise über Lunge, Haut oder Darm in den Körper gelangen und da aufgrund ihres geringen Umfangs letztendlich sogar die normalerweise undurchlässige Blut-Hirnschranke überwinden. Das Vordringen der Nanoteilchen in Atemwege, Blut und Verdauung ist deshalb riskant, da die Nanopartikel eines normalerweise harmlosen Stoffs andere, giftige Eigenschaften besitzen können als ihre Ursprungssubstanz. Das gilt übrigens nicht nur für Nanopartikel: Wir kennen diese Erscheinung zum Beispiel bereits beim gesundheitsschädigenden Feinstaub. Ab 2012 hat die EU für die Kosmetikbranche eine Kennzeichnungspflicht für Nanopartikel veranlaßt. Vor allem Menschen mit Neurodermitis und Schuppenflechte sollten auf die Verwendung entsprechender Sonnencremes übergehen, die keine Nano-Technologien enthalten. Ihre Hautbarriere ist durch die Erkrankung weniger intakt und somit viel durchlässiger für Nanopartikel als die von Menschen ohne Hautprobleme.

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