
Wenn Milch Beschwerden macht
Nach aktuellen Schätzungen verträgt jede/r siebte Deutsche keinen Milchzucker. Wie die Unverträglichkeit auf Laktose entsteht, ist noch nicht geklärt. Es handelt sich nicht um eine Allergie, sondern um einen Mangel an Laktase, ein Enzym welches Laktose spaltet. Nach dem Genuss von Milch oder Käse kann es zu schmerzhaften Magen-Darm-Beschwerden kommen. Die aufgenommene Laktose wird im Darm nicht zerlegt. Im Dickdarm dient sie Bakterien als Nahrung und es entstehen Milchsäure, Essigsäure, Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff. Diese Substanzen führen zu Blähungen, Sodbrennen, Aufstoßen, Erbrechen und Durchfall. Die Darmschleimhaut wird geschädigt und die Besiedelung der gesunden Bakterien im Darm gerät durcheinander. Die Folge: unsere Immunsystem wird geschwächt und es kommt zu einem Nährstoffmangel, da die aufgenommene Nahrung nicht mehr ausreichend verwertet werden kann. Die Zersetzungsprodukte der Laktose, die durch die bakterielle Verwertung im Dickdarm entstehen, können unsere Darmschleimhaut passieren und zu vielen zusätzlichen Beschwerden führen. Hierzu zählen u.a. Erschöpfung, Müdigkeit, trockene Schleimhäute, Infektanfälligkeit, Hyperaktivität und Konzentrationsschwäche.
Da diese Symptome sehr unspezifisch sind und viele Ursachen haben können, lohnt es einen zuverlässigen Atemtest durchzuführen. Zum Nachweis einer Laktose-Intoleranz mißt man nach der Einnahme von 50 g Milchzucker die Wasserstoff-Menge im Atem. Dies geschieht über einen Zeitraum von 3 Stunden und wird unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt. Bei einer Laktose-Intoleranz wird eine erhöhte Menge Wasserstoff im Darm gebildet, der über die Lunge abgeatmet wird. Der Nachweis des Wasserstoff ist ein sicheres Zeichen für die Milchunverträglichkeit. Steht die Diagnose fest, hilft erstmal eine laktosefreie Ernährung. Mittlerweile gibt es nicht nur umfangreiche Literatur zu Kochrezepten sondern auch Milchersatzprodukte auf Basis von Soja oder Reis und laktosefreie Milch. Die Zufuhr von Laktase-Enzym-Tabletten stellt nur eine Notlösung dar, da die Dosierung bezogen auf die unbekannte Menge an Laktose in einigen Speisen schwer zu bestimmen ist. Bewährt hat sich die konsequente Zufuhr eines laktosefreien Pulvers mit Laktobacillus und Bifidobakterien. Der innere Schutz der Darmschleimhaut wird wieder hergestellt. Außerdem enthalten die zugeführten Bakterien von Natur aus Laktase, so dass die enzymatische Spaltung der Laktose auf Dauer unterstützt wird.
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